
Landrat verspricht Dialog mit „Bürgerinitiative Straßenlärm K2/K3“ Kierspe
Von Hendrik Klein
Es ist ein Punkt zu Beginn einer jeden Kreistagssitzung: „Anfragen von Einwohnern“. Zumeist gibt es keine, und es kann in der Tagesordnung zügig weitergehen. Nicht so dieses Mal. Günther Barth von der „Bürgerinitiative Straßenlärm K2/K2“ aus Kierspe nutzte die Gelegenheit, auf die Sorgen und Nöte der Lärm geplagten Anwohner aufmerksam zu machen. Barth war nicht alleine ins Lüdenscheider Kreishaus gekommen. Auf der Zuschauertribüne hatten weitere sechs Mitglieder der Bürgerinitiative Platz genommen.
Einfallstor ins Sauerland
„Wir haben unsere Initiative im September gegründet. Seit Jahren haben wir Gespräche mit der Stadt geführt, um eine Lösung zu finden. Gebracht hat es bisher nichts. Dort wurde immer wieder auf die Zuständigkeit des Märkischen Kreises verwiesen. Deshalb sind wir heute hier“, erläuterte Günther Barth der Verwaltung und den Kreispolitikern. Was die Anwohner an den Kreisstraßen 2 und 3 fordern, ist eine zeitnahe Abhilfe der Lärmbelastung. Die K2 und K3 sind auf Grund der schönen Streckenführung seit Jahren für viele Motorradfahrer das ideale Einfallstor ins Sauerland. Hier für mehr Ruhe zu sorgen ist der Wunsch der Anwohner.
Gespräche mit Bikern reichen nicht
„Gespräche mit den Bikern reichen nicht“, weiß der Kiersper aus der Vergangenheit. Es gebe viele Motorrad-Hotspots im Märkischen Kreis. Explizit nannte Günther Barth die Strecke zur Glörtalsperre, die Klagebach in Schalksmühle, die Nordhelle bei Herscheid. Dazu zählt sicherlich auch noch der Kohlberg zwischen Neuenrade und Altena. An allen Strecken seien die Anwohner von Motorradlärm geplagt.
Landrat Marco Voge versprach den Vertretern der Bürgerinitiative: „Schicken Sie Ihre Fragen und Anregungen an den dafür zuständigen Fachbereichsleiter Horst Peter Hohage. Die schauen wir uns an und dann können wir in einen Dialog eintreten.“
Das sind die eingereichten Fragen der Bürgerinitiative:
- Inwieweit ist das Ausmaß der von uns allen erlebten Lärmbelästigung durch Motorräder in Kierspe im Kreistag überhaupt bekannt?
- Welche Bedeutung/Wichtigkeithat das Anliegen der betroffenen Anwohnerschaften auch in vielen bekannten anderen Regionen des Kreises im Kreistag und in der zuständigen Verkehrsbehörde?
Betroffene Anwohner laut Presse u.a.
Glörstraße, Klagebach, Spormecke, Volmestraße (Bundesstraße 54) im Bereich der Firma Jung bis zum Ortseingang an der Einfahrt Bocksberg.
Neben Straße Am Anschlag auch die Wipperstraße (Kreisstraße 37)
Kreisstraße 3 in Halver-Anschlag zwischen Anschlag und Schwenke
L707 Nordhelle, Meinerzhagen Aggerkurve, Herscheid, Breckerfeld, Breckerfeld Ennepetal
- Mit welchenMaßnahmen/Initiativen zur Lärmberuhigung gedenkt der Kreis als zuständige Behörde zeitnah Abhilfe zu schaffen?
Neue Straßenverkehrsrechtliche Regelungen nach § 45 StVOergeben erheblich mehr Spielräume für Gesundheit, Klima- und Umweltschutz für Städte, Gemeinden, Kreise
- Was kann/muss die Stadt Kierspe aus eigenen Stückendazu beitragen?
Grundsätzlich: Es geht nicht um einzelne Motorradfahrer und deren Lebensqualität. Es geht um nachgewiesene viel zu laute Maschinentechnik. Solange die nicht gesetzlich wirksam reduziert wird (auch alte Maschinen) bleiben nur wirksame verkehrstechnische Regelungen der zuständigen Instanzen. Die gesundheitsgefährdende Lärmbelästigung durch zu laute Motorräder und Autos führt bundesweit und hier vor Ort zu einem immer größeren Leidensdruck der Anwohner. Sie muss endlich von der Politik ernst genommen werden. Hier muss endlich durch Fakten Abhilfe geschaffen werden und sich nicht hinter Zuständigkeits-diskussionen versteckt werden.