
Bürgermeister Dr. Roland Schröder verurteilt die Tat
(PSM). An der Hauptstraße in Menden, in Höhe der Hausnum- mer 52, ist ein Stolperstein gestohlen worden. Die Stadt Menden hat bereits Strafantrag gestellt. Der Stein wurde, gemeinsam mit zwei weiteren, im Dezember des vergangenen Jahres von Künstler Gunter Demnig gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der neunte Klasse der Gesamtschule Menden verlegt.
Einnerung an Familie Keijzer
Der Stolperstein erinnert an Johanna Keijzer (geb. 1881), die zusammen mit ihrem Ehemann Benjamin Keijzer (geb. 1881) an der Hauptstraße 52 oberhalb ihres Schuhgeschäftes lebte. 1936 suchte die Familie Schutz in den Niederlanden. Von dort wurden die Keijzers am 19.05.1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet.
Kein Platz für Antisemitismus
Bürgermeister Dr. Roland Schröder verurteilt diese Tat aufs Schärfste: „Es macht mich fassungslos, dass jemand in Menden einen Stolperstein ausgegraben und entwendet hat. Das ist ein Zeichen des Antisemitismus – und dafür gibt es in Menden keinen Platz. Ich kann denjenigen, die das getan haben, nur sagen: Es ist eine unmenschliche Tat, das Gedenken an die ermordeten Juden unserer Stadt Menden zu schänden. Das ist unverzeihlich.“ Das entstandene Loch ist durch den Mendener Baubetrieb bereits verschlossen worden, um die Unfallgefahr zu minimieren.
15 Stolpersteine in der Stadt
Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Sie erinnern an ihrem einstigen Wohnort an das Schicksal der Menschen, die in der NS-Zeit verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Europaweit gibt es bereits 50.000 Stolpersteine, in Menden sind es 15.