Die geheimnisvolle Welt der Wölfe

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Rainer Danne, Leiter der Städtischen Galerie Iserlohn, präsentiert die Ausstellung „Klaus Tamm – Begegnungen. Im Land der Wölfe“. Foto: Stadt Iserlohn/Pressestelle

Ausstellung “Klaus Tamm – Begegnungen. Im Land der Wölfe” in der Städtischen Galerie Iserlohn

(PSI). Eingehüllt im finsteren Mantel der Nacht und des dichten Waldes, schaurig schön und geheimnisvoll, ein leises Atmen, ein sanfter Windzug, ein Rascheln im Unterholz und dann: entdeckt und mit einem gestochen, scharfen Blick fokussiert. Die Fotografien von Klaus Tamm sprechen die Sinne an, sie lassen nicht nur sehen, sondern auch fühlen, hören und riechen, sie nehmen den Betrachtenden mit auf eine fantastische Pirsch in den Wald und in die Welt der Wölfe. Sie zeigen die Anmut der Tiere im Schein des Mondlichts und wecken als Silhouetten in der Dunkelheit die Neugierde. Zu sehen sind seine Werke ab sofort unter dem Titel „Klaus Tamm – Begegnungen. Im Land der Wölfe“ in der Städtischen Galerie Iserlohn. Die Ausstellung läuft bis zum 20. April.

Preisgekrönter Naturfotograf

Der preisgekrönte Naturfotograf und Naturschützer Klaus Tamm hält mit seinen Fotografien voller Magie die Seele der Natur fest und ist dafür meist in der späten Abenddämmerung bzw. in den frühen Morgenstunden unterwegs, denn viele Waldbewohner sind dann besonders aktiv. Wölfe, aber auch Uhu, Ziegenmelker und Fledermäuse lassen sich eben nicht bei besten Lichtbedingungen blicken. Der 63-Jährige experimentiert daher häufig mit hohen ISO-Werten und langen Belichtungszeiten, was den Reiz seiner Arbeiten ausmacht und sich für ihn als wiedererkennbares Merkmal etabliert hat. Die so entstehende, teils grobkörnige und verschwommene Struktur nutzt er als stilistisches Mittel, um das Bild zu komponieren und das Auge aktiv zu lenken beispielsweise auf zwei Rehe, die links oben am Bildrand positioniert sind, während der Rest des Bildes zum beruhigenden „Blickschweifenlassen“ einlädt. „Unschärfe und Bewegung sind typisch für den Künstler“, erklärt Rainer Danne, Leiter der Städtischen Galerie Iserlohn, und zeigt sich begeistert über die neue Ausstellung. „Sie zeigt und weckt den Abenteuergeist“.

Bilder präsentieren die Wildnis vor der Haustür

Schon als Kind faszinierte Klaus Tamm die Natur. Aufgewachsen in einer Jägerfamilie, inspirierten ihn die Tierfotografien in den Jagdzeitschriften seines Vaters. Davon angetrieben, kaufte er sich als Jugendlicher seine erste Spiegelreflexkamera mit einem kleinen Teleobjektiv. Ernsthaft begann er 2005 mit der Naturfotografie, als er sich seine erste Digitalkamera zulegte. Seine Bilder präsentieren die Wildnis vor unserer Haustür. Sie lassen die Betrachtenden eintauchen in die zauberhafte Welt der Pflanzen und Tiere – von Reh, Hase, Spinne, Schmetterling, Wolf und Co. – und erzählen etwas über ihre einzigartige Sprache.

Zehn Jahre geduldiges Warten

Als 2014 die ersten Wölfe in Deutschland gesichtet wurden, machte er sich auf den Weg, sie in der Lüneburger Heide zu suchen und vor die Linse zu bekommen, viele hunderte Stunden lang. Es folgten schließlich zehn Jahre des geduldigen Wartens. „Ich weiß, dass sie da sind, irgendwo da draußen. Und das verändert mein Bild vom Wald. Es ist nicht nur irgendein Wald, es ist ein Wald, in dem Wölfe leben. Der erste August 2014. Ein Datum, das ich nie vergessen werde. Sechs Uhr morgens, wie aus dem Nichts tauchen vier Jungwölfe auf. Eine Begegnung, der ich monatelang entgegengefiebert hatte“, erzählt der Künstler, für den damit ein Herzenswunsch in Erfüllung ging.

60 Exponate ausgestellt

Gezeigt werden auf den zwei Etagen der Stadtgalerie insgesamt 60 Exponate seines Schaffens, garniert mit poetischen und lyrischen Texte zur Ausstellung, die von  Werner Bollmann stammen. Der gebürtige Rheinländer war über 20 Jahre selbst als professioneller Naturfotograf tätig und arbeitet mittlerweile als Kurator für das Stadtmuseum Schleswig und als freier Autor.

Eintritt vier Euro

Die Ausstellung ist bis 20. April in der Städtischen Galerie Iserlohn (Theodor-Heuss-Ring 24, 58636 Iserlohn) zu sehen. Der Eintritt kostet vier Euro, ermäßigt zwei Euro, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist der Eintritt frei. Führungen sind auf Anfrage möglich. Die Öffnungszeiten sind: mittwochs bis freitags 15 bis 19 Uhr, samstags 11 bis 15 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr.

wave.inc

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