105 rechtsextreme Straftaten 2024 im Märkischen Kreis

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Dr. Gregor Kaiser. Landtagsabgeordneter von Bündnis 90 die Grünen, beklagt die steigende Zahl rechtsextremer Straftaten. Foto: Büro Kaiser

Dr. Gregor Kaiser: „Der Rechtsextremismus ist eine große und wachsende Gefahr für unsere Demokratie“

(EB). Die Polizei hat im Jahr 2024 im Märkischen Kreis 105 politisch rechts motivierte Straftaten erfasst. Im vorherigen Jahr 2023 waren es noch 70 politisch rechts motivierte Straftaten. Trauriger Spitzenreiter im Märkischen Kreis ist die Stadt Iserlohn mit 35 Straftaten in 2024 (Vorjahr 21). Die Zahlen hat die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen beim nordrhein-westfälischen Innenministerium abgefragt. Das teilt Dr. Gregor Kaiser, Landtagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen mit. Landesweit sind die politisch rechts motivierten Straftaten in NRW um rund 59 Prozent auf einen Höchststand von 5641 Straftaten seit der Einführung des Kriminalpolizeilichen Meldedienstes zur politisch motivierten Kriminalität gestiegen (2023 waren es 3549).

„Hohe Zahl ist alarmierend“

„Die hohe Zahl der rechtsextrem motivierten Straftaten ist alarmierend. Es ist beschämend und muss ein Weckruf sein, dass auch hier bei uns im Märkischen Kreis die Zahl der Taten gestiegen ist“, sagt Dr. Gregor Kaiser, Landtagsabgeordneter aus dem Kreis Olpe. „Neben einer konsequenten Strafverfolgung müssen wir uns Hass und Hetze immer und überall entgegenstellen. Auch bei uns im Kreis darf kein Platz für Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus sein.“ In ganz NRW ist die Zahl antisemitischer Straftaten massiv um 27 Prozent (547 in 2023, 695 in 2024) gestiegen. Es wurden 26 Prozent (269 in 2023, 338 in 2024) mehr islamfeindliche Straftaten verübt und 68 Prozent mehr queerfeindliche Straftaten erfasst (121 in 2023, 203 in 2024).

Jeden Tag 15 rechtsextreme Straftaten

„Jeden Tag werden in NRW 15 rechtsextreme Straftaten begangen. Seit 2001 das Erfassungssystem für politisch motivierte Kriminalität eingeführt wurde, hat es nie so dramatisch hohe Zahlen gegeben wie heute“, sagt der Landtagsabgeordnete Kaiser weiter. „Das zeigt: Der Rechtsextremismus ist weiterhin die größte und eine wachsende Gefahr für unsere Demokratie. Diese Angriffe treffen unsere Nachbarinnen, Kollegen und Schulfreunde. Wir müssen als Gesellschaft diese Gewalt und Menschenfeindlichkeit stoppen.“ Die Grüne Landtagsfraktion erfragt seit 2011 jährliche Details zur politisch motivierten Kriminalität rechts sowie zu einzelnen Phänomen der Hasskriminalität ab.

Politisch rechts motivierte Kriminalität (PMK Rechts) 2024

Anstieg von 3.549 Straftaten in 2023 auf 5.641 in 2024

Gewalttaten gestiegen (2023: 116, 2024: 154)

Die meisten Gewalttaten sind Körperverletzungsdelikte: 145 von 154 (94%)

Anstieg der Hasskriminalität von 1.432 auf 2.049 (43%)

Starke Zunahme an Straftaten gegen den Staat, seine Einrichtungen und Symbolik von 499 auf 1.611 (223%)

Antisemitische Straftaten 2024

Anstieg von 547 in 2023 auf 695 im Jahr 2024 (27%)

Etwa 50% der Straftaten werden der PMK Rechts zugeordnet. 22% der Straftaten werden der PMK ausländische Ideologie sowie 14% der PMK religiöse Ideologie zugeordnet. In den vorherigen Jahren waren die antisemitischen Straftaten immer zum größten Teil der PMK Rechts zugeordnet.

Es gab 16 Gewaltdelikte. 2,3% aller antisemitischen Straftaten sind Gewalttaten.

Islamfeindliche Straftaten 2024

Anstieg von 269 in 2023 auf 338 in 2024 (26%)

Die meisten Straftaten werden der PMK Rechts zugeordnet (80%)

Es gab 14 Gewaltdelikte. 4% aller islamfeindlichen Straftaten sind Gewalttaten.

Flüchtlingsfeindliche Straftaten 2024

Anstieg von 258 in 2023 auf 279 in 2024 (8%)

Die meisten Straftaten werden der PMK Rechts zugeordnet (91%).

Es gab 26 Gewalttaten. 9% aller flüchtlingsfeindlichen Straftaten sind Gewalttaten.

Antiziganistische Straftaten 2024

Anstieg von 22 in 2023 auf 30 in 2024 (36%)

Die meisten Straftaten wurden der PMK Rechts zugeordnet.

Queerfeindliche Straftaten 2024

Anstieg von 121 auf 203 in 2024 (68%)

wave.inc

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