Hochschule erarbeitet Statistik für Kreissportbund
Von Hendrik Klein
Im Märkischen Kreis gibt es immer weniger Sportvereine und entsprechend immer weniger Mitglieder. Seit 2015 ist ein allgemeiner Rückgang der in Vereinen organisierten Sporttreibenden zu verzeichnen. Das geht aus einer Statistik hervor, die von der Hochschule Koblenz im Auftrag des Landessportbundes NRW erarbeitet wurde. Erstellt wurde die Statistik erstmals für auserwählte Sportbünde und -verbände in NRW, darunter auch der MK.
506 Vereine mit 113.187 Mitgliedern
„Aktuell hat der Märkische Kreis 506 Sportvereine mit 113.187 Mitgliedern. Im Schnitt hat jeder Sportverein somit rund 220 Mitglieder“, erläutert Sebastian Pahlke, Geschäftsführer des Kreissportbundes Märkischer Kreis e.V., die erhobenen Daten. „Während Kinder und Jugendliche oft den Weg in Sportvereine finden, bleibt der Eintritt von Erwachsenen sehr begrenzt. Ein Großteil der Neuzugänge verzeichnen wir bei jungen Mitgliedern, vor allem im Alter von etwa fünf Jahren. Ab etwa 20 Jahren gibt es kaum Mitgliederzuwächse. Dieses Bild verdeutlicht, dass in der Erwachsenenbevölkerung keine signifikanten Mitgliedergewinne zu verzeichnen sind“, so der KSB-Geschäftsführer weiter.
Turnen beliebteste Sportart
Ein weiteres auffälliges Merkmal sei die Verteilung der Sportarten. Wie die Hochschule Koblenz ermittelte, sei das Turnen mit rund 27.137 Mitgliedern die stärkste Sportart und übertreffe damit sogar den Fußball, der 25.077 Mitglieder verzeichne. Diese Dominanz des Turnens hebe den Kreis gegenüber anderen Regionen in Nordrhein-Westfalen hervor, wo Fußball in der Regel an erster Stelle stehe. Die Sportlandschaft im Märkischen Kreis zeige sich insgesamt sehr diversifiziert, mit insgesamt 57 gemeldeten Sportarten. Sebastian Pahlke: „Hinsichtlich der Geschlechterverteilung lässt sich Potenzial für die Mitgliedergewinnung bei Frauen identifizieren. Der Anteil der weiblichen Mitglieder liegt konstant bei 41 Prozent, wobei es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Sportarten gibt. So sind Turnen und Reiten besonders bei Frauen beliebt, während andere, wie etwa Angeln, überwiegend von Männern ausgeübt werden.“ Mit Handball, Tennis, dem Schützenbund und den Reiterinnen und Reitern seien weitere klassische Sportarten im Kreis vertreten. Auf der anderen Seite gebe es auch fünfzehn andere – unter anderem Boule, Kegeln, Fechten und Minigolf.
Werdohl bei Organisationsgrad vorne
Die Wissenschaftler haben zudem herausgefunden, dass der Organisationsgrad sich zwischen den einzelnen Gemeinden und Städten im Märkischen Kreis deutlich unterscheidet. Sebastian Pahlke: „In Werdohl ist der Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Mitgliedern stärker ausgeprägt. Es sind doppelt so viele Männer in Sportvereinen organisiert.“ Zusammengefasst stelle sich die Mitgliederentwicklung im Märkischen Kreis in einem Spannungsfeld aus Bevölkerungsrückgang und der ausbleibenden Mitgliedergewinnung erwachsener Personen dar. Pahlke: „Die Schaffung attraktiver Angebote für Erwachsene und die gezielte Ansprache von Frauen könnten langfristig das Potenzial zur Stabilisierung der Mitgliederzahlen heben.“